DIE LÖSUNG ALLER PROBLEME: DIE WERTE DES QURAN
EINLEITUNG
Doch Allah kennt jedes Wort, das Sie jemals äußerten und jeden Gedanken, der Ihnen jemals in den Sinn kam. Nach dem Tod, der früher oder später jeden von uns einholt, werden die Aufzeichnun-gen unserer Taten und Gedanken vor uns ausgebreitet werden. Unser Leben, welches uns dann so erscheinen wird, als habe es nur wenige Minuten gedauert, wird uns Moment für Moment, ohne dass ein einziger Augenblick ausgelassen wird, präsentiert werden. Allah wird kein Detail Ihres Lebens vergessen.
Wenn Sie Ihr Leben im Trachten nach Allahs Wohlgefallen geführt haben, sich in jedem Aspekt Ihres Lebens den Zweck Seiner Schöpfung vor Augen geführt und dadurch in allen Dingen das Gute erkannt haben und sich in jedem Augenblick der perfekten und vollendeten Schöpfung Allahs bewusst waren, dann können Sie sicher sein, dass Sie eine großartige Belohnung erhalten werden.
Denn nach dem Tod gibt es für den Menschen zwei Möglich-keiten, was mit ihm passieren wird; wenn er nach den Werten gelebt hat, die Allah vorschreibt, so wird er ewige Rettung erlangen. Wenn nicht, wird er ewige Qual erleiden müssen. Die moralischen Anforderungen Allahs sind in jeder Lebenssituation Dankbarkeit Ihm gegenüber auszudrücken, egal wie die Zustände auch sein mögen, und einen Glauben zu haben, der uns bewusst macht, dass in allem etwas Gutes steckt und dass alles von Allah stammt.
Alles, was uns zustößt, gelassen annehmen zu können, weil wir uns bewusst sind, dass in jedem Ding, egal wie schlecht es auch erscheinen mag, etwas Gutes steckt, ist keineswegs eine unerreichbare oder unrealistische Vorstellung. Vielmehr ist es eine Wahrheit, die durch die Vergegenwärtigung von Allahs Großartigkeit und Güte erkannt werden kann. Man braucht nur seinen Herrn zu erkennen, den Schöpfer dieser Welt und jedem Umstand des Lebens, und Ihm aus genau diesem Grund dankbar zu sein.
Von dem Zeitpunkt an, an dem eine Person diese Welt betritt, ist es Allah, Der jedes Ereignis, das in ihrem Leben stattfindet, initiiert. Allah ist der Gewaltige, der Weise und der Gerechte. Alles wird von Allah in Einklang mit einem Plan und für einen göttlichen Zweck geschaffen, wie Er es in einem Vers des Quran ausdrückt: "Siehe, alle Dinge erschufen Wir nach Maß und Plan." (Sure 54:49 - al-Qamar) Angesichts Allahs unendlicher Macht und Überlegenheit ist der Mensch bloß ein schwaches Wesen. Ohne Allahs Segen kann er nicht überleben. Der Mensch kann durch seinen Verstand nur soviel von der Realität dieser Welt begreifen, wie sein Schöpfer ihm erlaubt. Somit ist die Unterwerfung in Allahs unendliche Weisheit und den göttlichen Zweck, der in allen Dingen steckt, eine wesentliche Anforderung für jeden einzelnen von uns. Ganz egal was uns im Leben auch zustößt, wir müssen uns immer bewusst machen, dass Allah der Herrscher des gesamten Universums ist, dass Er weiß, sieht und hört, was wir nicht wissen und erkennen können und dass Er all die Dinge kennt, von denen wir völlig ahnungslos sind. So sollten wir erkennen, dass es Allah ist, der jedes Ereignis einem göttlichen Zweck zufolge verursacht: zu unserem eigenen Guten.
Wenn wir uns dieser Wahrheit bewusst sind, nehmen wir automatisch eine bessere Einstellung gegenüber dem Leben an. Wir sind für alles, was uns zustößt, dankbar. Wir versuchen, in jedem Augenblick und bei jedem Ereignis, das wir erfahren, kurz, in jedem Moment unseres Lebens in allem "Das Gute" zu erkennen, und dadurch ein korrektes Verständnis der Bedeutung unseres Lebens zu erlangen. Wenn der Mensch die richtige Wahl zwischen den beiden Möglichkeiten trifft, die im Quran so ausgedrückt werden "Wir leiteten ihn gewiss des Weges, ob er (nun) dankbar oder undankbar gewesen war." (Sure 76:3 - al-Insan), so wird er, mit Allahs Willen, das höchste Ziel erreichen; das ewige Leben im Paradies.
Der Zweck dieses Buches ist es, Licht auf die Schönheit eines Lebens unter der Erkenntnis, dass in jedem Moment etwas Gutes steckt, zu werfen und uns den Segen, den solch eine Einstellung auf das Leben sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits wirft, vor Augen zu führen. Ebenso wird dieses Buch durch die Erforschung der Gründe, die den Menschen davon abhalten, in allem das Gute zu sehen, den Leser vielleicht von einer dem Islam entgegen gestellten Geisteshaltung lösen. Dieses Buch beabsichtigt, den Leser zu ermutigen, die richtigen moralischen Prinzipien anzunehmen, die ihn zu der Erkenntnis bringen werden: "Es steckt etwas Gutes in allem". Wenn er diese Worte aus tiefstem Herzen ausspricht, so wird er in schwierigen Situatio-nen gelassen und dankbar bleiben, anstatt sie bloß zu ertragen oder sich über sie zu ärgern. Denn um einander an die Voll-endung des von Allah bestimmten Schicksals zu erinnern, sollten sich alle Gläubigen in vollstem Vertrauen Seiner unendlichen Weisheit ergeben.
IN ALLEM, WAS GESCHIEHT, DAS GUTE SEHEN
Doch die Leute sprechen diese Weisheiten für gewöhnlich aus, ohne ihre wahre Bedeutung zu verstehen, bloß um gesellschaftlichen Bräuchen zu folgen. Die meisten erkennen den eigentlichen Sinn dieser Worte und was sie für unser tägliches Leben bedeuten nicht. Im Grunde sind die meisten ahnungslos, dass diese Worte einen wichtigen Einblick in den Sinn und Hin-tergrund der täglichen Ereignisse geben.
Fakt ist jedenfalls, dass das Sehen des Guten in allen Ereig-nissen, egal in welchen Umständen, seien sie günstig oder ungünstig, eine wichtige moralische Qualität ist, die aus aufrichtigem Glauben an Gott resultiert, und der Lebenseinstellung, die von diesem Glauben kommt. Das Verständnis dieser Wahrheit ist ein großer Segen in dieser Welt und bringt eine große Beloh-nung im Jenseits mit sich, wo man endlosen Frieden und Glückseligkeit finden wird.
Keinerlei Gefühle der Enttäuschung bei irgendwelchen alltäglichen Geschehnissen zu verspüren weist auf ein wahres Verständnis der Bedeutung von Glauben hin. Nicht das Gute in allen Dingen zu sehen und mit dauernder Angst, Sorge, Verzweiflung, Trauer oder Sentimentalität erfüllt zu sein, zeigt dagegen einen Mangel an aufrichtigem Glauben. Solch eine Geisteshaltung sollte man schnellstens ablegen. Die Freude, die aus aufrichtigem Glauben hervorgeht, sollte als ein notwendiger Teil des Leben angesehen werden. Ein Gläubiger weiß, dass Ereignisse, die auf den ersten Blick ungünstig erscheinen, einschließlich jener, die aus seinen Fehler resultieren, sich letztendlich als äußerst nützlich für ihn herausstellen können. Wenn er die Worte "Unglück", "Missgeschick" oder "wenn doch nur..." benutzt, dann nur, um eine Lehre aus einer Erfahrung zu ziehen. In anderen Worten weiß der Gläubige, dass in allem, was geschieht, etwas Gutes steckt; er lernt aus seinen Fehlern und versucht, sich zu verbessern. Wenn er wieder den gleichen Fehler begehen sollte, denkt er daran, dass alles für einen bestimmten Zweck geschieht und beschließt, das nächste Mal noch besser aufzupassen. Selbst wenn die gleiche Sache Dutzende Male vorkommen sollte, muss ein Muslim stets daran denken, dass alles einen Sinn hat. So ist das unveränderliche Gesetz Allahs. Diese Tatsache wurde auch vom Propheten Muhammad (s.a.w.s) erklärt, der sagte:
Seltsam sind die Wege eines Gläubigen, denn in jeder seiner Angelegenheiten liegt etwas Gutes, was bei keinem Menschen außer ihm der Fall ist. Wenn er etwas erlebt, was ihm Vergnügen bereitet, dankt er (Allah), also gibt es etwas Gutes für ihn in dieser Sache, und wenn er sich in Schwierigkeiten befindet und sie geduldig erträgt, gibt es auch in dieser Sache etwas Gutes für ihn. (Sahih Muslim)
Nur durch die Anerkennung, dass Allah alles für einen bestimmten Zweck erschafft, kann Frieden und Gelassenheit in die Herzen der Menschen einkehren. Diese Tatsache zu verstehen bedeutet einen großen Segen für den Gläubigen. Eine Person, die vom Islam entfernt ist, leidet an ununterbrochener Qual; sie lebt in dauernder Sorge und ängstigt sich ständig vor irgendwelchen Dingen, die vielleicht passieren könnten. Ein Gläubiger dagegen erkennt und vergegenwärtigt sich die Tatsache, dass es einen göttlichen Zweck in Allahs Schöpfung gibt.
Eine unschlüssige Geisteshaltung, das heißt, man leidet unter der ständigen Erwartung sowohl des Guten als auch des Schlechten, wird für einen Gläubigen im Jenseits eine Last sein. Sich solch einer schlichten und offensichtlichen Wahrheit wie oben beschrieben aufgrund von Desinteresse oder Faulheit nicht bewusst zu sein, wird sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits nichts als Qual hervorrufen. Wir müssen uns im Klaren sein, dass das Schicksal der Menschen von Allah vorherbestimmt wurde und völlig fehlerfrei ist. Jemand, der in allen Dingen das Gute erkennt, findet Segen und einen göttlichen Zweck nur innerhalb eines riesigen Komplexes miteinander verknüpfter Ereignisse. Obwohl sie während des Tages vielleicht viele andere Dinge beschäftigen, lässt sich eine Person von starkem Glauben, Weisheit und Gewissen niemals von Satan verleiten. Egal wie, wann oder wo ein Ereignis stattfindet, sie vergisst nie, dass es immer irgendetwas Gutes dahinter gibt. Obwohl sie vielleicht nicht fähig ist, dieses Gute sofort zu erkennen, ist das was wirklich für sie zählt ihr Bewusstsein, dass alles einen Sinn hat.
Wegen ihrer hastigen Natur sind die Leute oft nicht geduldig genug, um das Gute in den Ereignissen, die ihnen zustoßen, zu sehen. In der Folge werden sie vielleicht aggressiv und hartnäckig versuchen, etwas zu erreichen, was eigentlich gegen ihr Interesse ist und ihnen eher schaden als nutzen würde. Im Quran wird diese Tatsache folgendermaßen erklärt:
Niemand ist gegen solche Ereignisse immun. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man im Nachhinein das Gute in einer Sache sieht, die zuerst sehr ungünstig geschienen hatte. Man sollte stets daran denken, dass man nicht immer fähig sein kann, den Sinn einer scheinbar ungünstigen Situation zu begreifen. Wir haben vielleicht nicht immer die Chance, das positive Resultat eines bestimmten Ereignisses zu erleben. Es ist gut möglich, dass Allah den göttlichen Sinn hinter manchen Ereignissen erst im Jenseits enthüllen wird. Aus diesem Grund sollte jeder Mensch, der sich seinem Schicksal hingibt und vollstes Vertrauen in Allah setzt, jedes Ereignis annehmen, egal wie gut oder schlecht es erscheinen mag, und sich immer bewusst sein, dass es in allem etwas Gutes gibt.
Es muss auch erwähnt werden, dass "das Erkennen des Guten" keineswegs bedeutet, dass man die Ernsthaftigkeit der ungünstigen Ereignisse ignoriert, indem man so tut, als ob sie nicht passiert wären oder indem man übermäßig idealistisch ist. Im Gegenteil ist ein Gläubiger dafür verantwortlich, alle geeigneten Handlungen und Methoden durchzuführen, um ein Problem zu lösen und eine Situation zu verbessern. Die Gelassenheit eines Gläubigen darf nicht mit dem Verhalten von anderen verwechselt werden, die - aufgrund eines falschen Verständnis der Thematik - gegenüber allem, was um sie herum passiert, gleichgültig und passiv bleiben und auf unrealistische Weise optimistisch sind. Solche Leute tragen eine "rosarote Brille". Sie treffen keine vernünftigen Entscheidungen oder setzen sie in die Tat um, weil sie passiv und naiv optimistisch sind, anstatt nach Lösungen für Probleme zu suchen. Wenn bei solch einer Person beispielsweise eine ernste Krankheit diagnostiziert wird, so würde sich ihre Situation mit der Zeit immer mehr verschlechtern, bis hin zur Todesgefahr, da sie in ihrer Passivität eine angemessene Behandlung vernachlässigen würde. Ein anderes Beispiel: eine Person, die es unnötig findet, ihre Wertgegenstände zu sichern, obwohl bei ihr schon einmal eingebrochen wurde, bringt sich durch ihre Nachlässigkeit selbst in die Gefahr, wieder das Opfer weiterer ähnlicher Überfälle zu werden.
Zweifellos sind solche Verhaltensweisen weit entfernt von wahrem "Gottvertrauen" und "dem Sehen des Guten in allem". Solche Einstellungen sind im Grunde nichts als Nachlässigkeit. Gläubige müssen dagegen stets ihr bestes tun, um eine praktische Lösung für eine Situation zu finden. Die Art, wie sie handeln, ist eine Form von "Verehrung Allahs". Denn wenn sie in solche Situationen verwickelt werden, denken sie immer daran, dass es allein Allah ist, der die Ereignisse stattfinden lässt.
Im Quran teilt uns Allah die Geschichten der Propheten und wahren Gläubigen als Beispiele von Menschen mit, die sich dieser Tatsache bewusst waren, und denen die Gläubigen nacheifern sollten. Die Art, wie der Prophet Hud (a.s.) seinem Volk trotz deren Drohungen gegen ihn antwortete, enthüllt seine vollständige Ergebung in Allah und sein unerschütterliches Vertrauen in Ihn.
WIE DIE UNWISSENDEN DIE DINGE WAHRNEHMEN, DIE GESCHEHEN
Fast jeder hat Überreste seiner Kindheitsträume, auch noch im fortgeschrittenen Alter. Diese Pläne haben sich vielleicht nicht immer auf die Weise verwirklicht, die geplant war oder sie wurden erst gar nicht realisiert. Wir sind ständig anfällig gegenüber unerwarteten Ereignissen im Alltag. Jemand der denkt, sein Leben verlaufe völlig nach Plan, wird vielleicht irgendwann mit einer Reihe von Änderungen konfrontiert, die auf den ersten Blick negativ scheinen. Eine ansonsten gesunde Person erliegt vielleicht plötzlich einer tödlichen Krankheit oder verliert irgendeine physische Fähigkeit in einem Unfall. Eine wohlhabende Person könnte jederzeit durch unerwartete Ereignisse all ihren Reichtum wieder verlieren.
Die Reaktionen der Leute auf solche Achterbahnen von Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein. Sie sind glücklich, so lange die Ereignisse günstig erscheinen. Doch wenn sie mit etwas Unerwartetem konfrontiert werden, fühlen sie sich enttäuscht und werden oft sogar zornig. Abhängig von der Wichtigkeit, die sie diesen Ereignissen beimessen, kann ihre Wut gefährliche Ausmaße annehmen. Diese Verhaltensweisen sind typisch für Gesellschaften der Unwissenheit.
Es gibt unter ihnen auch solche, die, wenn etwas sie enttäuscht, trotzdem sagen, dass es "etwas Gutes darin geben muss". Doch dies sind nur Worte, die sie - ohne ihre wahre Bedeutung zu verstehen - aussprechen und im Geiste weiter den gesellschaftlichen Bräuchen folgen.
Es gibt auch eine andere Gruppe von Leuten, die bereit sind, den göttlichen Zweck in banalen und unwichtigen alltäglichen Ereignissen zu entdecken. Doch wenn sie mit ernsteren Ereignissen, die ihnen vielleicht als schädlich erscheinen, konfrontiert werden, vergessen sie ihre guten Absichten schlagartig. Beispielsweise mag es einer Person keinen Frust bereiten, wenn ihr Auto auf dem Weg zur Arbeit nicht anspringen will, und sie ist bereit, das mögliche Gute in dieser Sache zu sehen. Doch wenn ihr Zuspätkommen zur Arbeit ihren Chef wütend macht oder sich als ein Grund herausstellt, ihre Arbeitsstelle gekündigt zu bekommen, dann beginnt diese Person zu jammern und zu klagen. Auf die gleiche Weise würde sie sich verhalten, wenn sie ein wertvolles Schmuckstück anstatt einer billigen Armbanduhr verlieren würde. Wie diese Beispiele zeigen, gibt es bestimmte kleine und unwichtigere Ereignisse, auf die die Leute vielleicht vernünftig reagieren oder bei denen sie bereit sind, das Gute in ihnen zu betrachten; doch andere ernstere Beispiele führen sie zu Wut und Verzweiflung.
Einige andere dagegen versuchen bloß, sich mit dieser Idee zu trösten, ohne überhaupt ein Verständnis der wahren Bedeutung vom "Sehen des Guten in allem" zu haben. Auf diese Weise, so glauben sie, können sie anderen, die in Schwierigkei-ten geraten sind, wie etwa einem Familienmitglied, dessen Unternehmen in Konkurs gegangen ist, oder einem Freund, der durch eine Prüfung gefallen ist, Mut machen und Trost spenden. Doch sobald es um ihre eigenen Interessen geht, zeigen sie nicht das kleinste Anzeichen der Betrachtung des "Guten" in der Sache und enthüllen so ihre eigentliche Unwissenheit.
Das Scheitern, das Gute in allen Erfahrungen zu sehen, stammt von einem Mangel an Glauben. Nicht zu begreifen, dass es allein Allah ist, Der jedes einzelne Ereignis im Leben vorherbestimmt hat, dass alles in Übereinstimmung mit einem bestimmten Plan geschieht und dass das Leben in dieser Welt nichts als ein Test ist, sind die Dinge, die den Menschen daran hindern, das Gute in allen Dingen, die um ihn herum geschehen, zu erkennen.
Im folgenden Teil dieses Buches werden wir diese Thematik tiefergehend besprechen. Wir werden den Glauben erforschen, der uns zur Gewissheit führt, dass etwas Gutes in allen Geschehnissen steckt und die Faktoren untersuchen, die notwendig sind, um diese guten Aspekte in den Geschehnissen zu erkennen.
WIE MAN DAS GUTE IN DEN EREIGNISSEN ERKENNT
Den meisten Leuten gefällt es, wenn die Dinge in Übereinstimmung mit ihren Wünschen ablaufen, doch werden sie leicht zornig, wenn die kleinste Sache nicht nach Plan läuft. Ein Gläubiger dagegen darf gegenüber solchen Gefühlen nicht anfällig sein. Im Quran offenbart Allah die frohe Botschaft, dass Er jedes einzelne Ereignis für den Nutzen Seiner wahren Diener bestimmt hat, und dass keine Angelegenheit zu Kummer führen oder sie beunruhigen sollte.
Eine Person, die diese Wahrheit tief in ihrem Herzen trägt, ist in der Lage, alle Dinge, mit denen sie konfrontiert wird, gelassen anzunehmen und den Segen zu erkennen, der in diesen Dingen steckt.
Viele Menschen denken nie ernsthaft darüber nach, wie sie in den Zustand der Existenz kamen oder warum sie überhaupt existieren. Obwohl ihr Gewissen sie zur der Erkenntnis führen würde, dass die Wunder der Welt und deren perfekte Ordnung einen Schöpfer haben müssen, bestreiten sie Seine Existenz wegen ihrer übermäßigen Liebe für das Leben dieser Welt und sie weigern sich, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Sie ignorieren die Tatsache, dass jedes Ereignis in ihrem Leben einem Plan und Zweck zufolge geschieht und flüchten sich stattdessen in falsche Vorstellungen wie Zufall oder Glück. Diese Einstellung hindert sie nur daran, das Gute in den Ereignissen zu sehen und Lehren aus ihnen zu ziehen.
Es gibt auch solche, die von der Existenz Allahs wissen und begreifen, dass Er es ist, Der das gesamte Universum erschaffen hat. Sie sehen die Tatsache ein, dass Allah es ist, Der den Regen verursacht oder jeden Tag die Sonne aufgehen lässt. Sie erkennen, dass es für die Dinge keine andere Erklärung geben kann. Doch wenn es um die Ereignisse im Verlauf ihres Lebens kommt, um die kleinen Dinge, die im Alltag passieren, denken sie, dass sie von Allah unabhängig seien. Jedoch ist es Allah, Der einen Einbrecher dazu führt, in ein Haus einzubrechen, Der einen über ein Hindernis stolpern lässt, Der Land fruchtbar oder tot macht, Der ein Geschäft gewinnbringend sein lässt und Der einen den Kochtopf auf dem Herd vergessen lässt. Jedes Ereignis geschieht innerhalb der unendlichen Weisheit von Allah und in Übereinstimmung mit einem erhabenen Plan. Ein Fleck auf der Hose, ein Loch im Reifen, Akne im Gesicht, eine Krankheit oder irgendwelche anderen unerwünschten Dinge im Leben einer Person geschehen alle in Übereinstimmung mit einem bestimmten vorherbestimmten Plan.
Nichts, was eine Person in dieser Welt erlebt, vom Moment an, an dem sie ihre Augen öffnet, geschieht außerhalb der Kontrolle Allahs. Alles was existiert wurde von Allah geschaffen, Der die völlige Kontrolle über das gesamte Universum hat. Allahs Schöpfung ist perfekt, makellos und voller Sinn. Dies ist Teil des Schicksals, das von Allah geschaffen wird; man darf die Ereignisse nicht in "gut" und "schlecht" kategorisieren. Das, was jedem Menschen obliegt, ist die Vollendung in allen Ereignissen zu erkennen und zu schätzen, und mit völliger Gewissheit daran zu glauben, dass etwas Gutes in ihnen liegt. Er muss sich der Tatsache bewusst sein, dass innerhalb Allahs unendlicher Weisheit alles in einer Weise geschieht, die am Ende zu den besten Ergebnissen führt. Tatsächlich ist für jene, die glauben und das Gute in allen Dingen erkennen, sowohl diese Welt als auch das Jenseits ein Teil von einem ewigen Guten.
Im Quran lenkt Allah fast auf jeder Seite unsere Aufmerk-samkeit auf die obengenannte Tatsache. Aus diesem Grund wäre es ein schlimmer Fehler für einen Gläubigen, sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass alles einem bestimmten Schicksal zufolge passiert. Das Schicksal, das von Allah bestimmt wird, ist einmalig und wird von einer Person auf genau die Weise erfahren, die Allah vorherbestimmt hat. Der gewöhnliche Mensch betrachtet den Glauben an das Schicksal bloß als eine Methode, die "Trost bei einem Unglück spendet". Ein Gläubiger dagegen hat ein korrektes Verständnis seines Schicksals und begreift, dass es das perfekte Programm ist, das ausschließlich für ihn geplant und entworfen wurde.
Das Schicksal ist eine völlig fehlerfreie Ordnung, die einen Gläubigen auf das Paradies vorbereitet. Es ist reichlich mit Segen ausgestattet und enthält einen göttlichen Zweck. Jede Schwierig-keit, der ein Gläubiger in dieser Welt gegenübersteht, wird eine Quelle von unendlicher Seligkeit, Freude und Frieden im nächsten Leben sein. Der Vers "Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung!" (Sure 94:5 - asch-Scharh) macht uns auf diese Tatsache aufmerksam; innerhalb ihres Schicksals sind die Geduld und der Mut der Gläubigen zusammen mit ihren jeweiligen Belohnungen im Jenseits vorbestimmt.
Im Alltag kann es vorkommen, dass ein Gläubiger sich über bestimmte Dinge sorgt oder von Geschehnissen irritiert ist. Der primäre Grund seiner Verwirrung und Sorge ist sein Fehler, sich nicht daran zu erinnern, dass jedes Ereignis Teil seines Schicksals ist und dass es planmäßig von Allah geschaffen wurde. Der Gläubige wird sich jedoch beruhigen und Trost finden, wenn er an den Zweck von Allahs Schöpfung erinnert wird.
Aus diesem Grund muss ein Gläubiger lernen, ständig im Hinterkopf zu behalten, dass alles vorherbestimmt ist und auch andere an diese Tatsache zu erinnern. Er muss Geduld zeigen bei Ereignissen, die Allah für ihn vorbestimmt hat, sein Vertrauen in Ihn setzen und sich bemühen, den Sinn hinter den Ereignissen zu erkennen. Wer versucht, diese Gründe zu verstehen, wird mit Allahs Willen schließlich erfolgreich sein. Obwohl er nicht immer fähig sein kann, den eigentlichen Zweck zu erkennen, muss der Gläubige sich immer gewiss sein, dass in allem was passiert immer ein Sinn und etwas Gutes steckt.
Das Verständnis, dass jedes Wesen, ob lebendig oder nicht, in Übereinstimmung mit einem bestimmten Schicksal erschaffen wird,...
Das Schicksal ist Allahs perfektes Wissen um alle Ereignisse, ob vergangene oder zukünftige, in einem einzigen Moment zusammengefasst. Dies demonstriert die absolute Überlegenheit Allahs über alle Wesen und Ereignisse. Die Menschen können erst dann von einem bestimmten Ereignis wissen, wenn sie es erleben. Doch Allah kennt alle Ereignisse bereits bevor sie eintreffen. Für Allah sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft alle gleich. Sie liegen alle innerhalb des Wissens von Ihm, denn Er ist es, Der sie erschafft.
Wie auch der Vers "Siehe, alle Dinge erschufen Wir nach Maß und Plan." (Sure 54:49 - al-Qamar) aussagt, ist jede Sache in dieser Welt Teil eines großen Schicksals. Die Mehrheit der Leute denkt nicht einmal einen Moment lang über die Natur des Schicksals nach und so erkennen sie nicht, dass es Allahs unendliche Macht ist, die hinter dieser fehlerfreien Reihenfolge von Ereignissen steckt. Einige denken, dass das Schicksal nur die Menschen umfasst. Doch alles im Universum, von Möbeln in Ihrem Haus bis zum Kieselstein auf der Straße, ein getrocknetes Kraut, eine Frucht oder ein Glas im Supermarktregal, alles ist Teil des Schicksals, das von Allah vorherbestimmt wird. Das Schicksal jeder geschaffenen Sache ist innerhalb der unendlichen Weisheit von Allah vorbestimmt worden.
Jedes Ereignis, das eine Person erfährt und jedes Geräusch, das sie hört, sind Teil eines Lebens, das eigens für sie geschaffen worden ist. Ob bedeutend oder unbedeutend, kein Ereignis im Universum passiert durch Zufall. Keine Blume blüht oder verwelkt durch Zufall. Kein Mensch kommt in den Zustand der Existenz oder stirbt aus reinem Zufall. Kein Mensch wird zufällig krank und niemals entwickelt sich seine Krankheit in einer unkontrollierten Weise. Immer sind diese Ereignisse eigens von Allah vorherbestimmt worden. Alles, was existiert, innerhalb der Tiefen der Erde oder den Ozeanen oder das Herabfallen eines einzelnen Blattes, alles kommt in Übereinstimmung mit Schicksal vor, wie der folgende Vers zeigt:
Allah, der Erhabene, der Herrliche, hat für jeden Diener in Seiner Schöpfung fünf Dinge vorbestimmt: seinen Tod, seine Handlungen, seinen Wohnort, die Orte, die er besucht und seine Nahrungsmittel. (Tirmidhi)
Doch die Leute sind sich der Tatsache, dass jeder Moment in ihrem Leben von Allah vorherbestimmt wird, generell nicht bewusst. Einige haben nie darüber nachgedacht, wie sie erschaffen wurden oder wie die Segen, die sie genossen haben, in den Zustand der Existenz kamen. Obwohl ihr Gewissen sie zur der Erkenntnis führen würde, dass die Wunder der Welt und deren perfekte Ordnung einen Schöpfer haben müssen, bestreiten sie Seine Existenz wegen ihrer übermäßigen Liebe für das Leben dieser Welt und sie weigern sich, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Doch im Quran informiert Allah uns, dass selbst das kleinste Detail sogar von Seiner unendlichen Weisheit vorherbestimmt wird und in Übereinstimmung mit einem göttlichen Zweck geschieht:
Anzunehmen, dass das, was man erlebt, nicht von Allah geschaffen wird und stattdessen zu glauben, dass jemand oder etwas anderes für die Ereignisse verantwortlich ist, ist wieder ein Zeichen vom Scheitern, das Konzept des Schicksals richtig zu begreifen. Jede Sache, die scheinbar nicht nach Plan verläuft, ist in Wirklichkeit eine "Lehre des Schicksals". Die Menschen müssen sich rückhaltlos öffnen, um den guten und göttlichen Zweck in Ereignissen zu erkennen. Die Leute tendieren dazu, Ereignis-se, die ihnen ungünstig erscheinen, als "Unglücke" zu bezeichnen. Doch es liegt auch ein Gutes und ein Zweck in den Dingen, die einem vielleicht wie ein "Unglück" vorkommen. Es ist nur deshalb ein "Unglück", weil wir es so nennen; in Wirklichkeit ist es das Beste aller möglichen Ereignisse, weil es das ist, was vorherbestimmt wurde.
Wenn Allah das Gute und den Zweck der anscheinend ungünstigen Ereignisse oder der Schwierigkeiten, die den Leuten Kummer bereiten, zeigen würde, so würden sie verstehen, wie sinnlos ihre Enttäuschung und ihr Kummer ist. Indem sie den Segen in den Dingen erkennt, verspürt eine Person von Glauben dagegen Freude anstatt Kummer. Somit obliegt es dem Menschen, das Gute und den Nutzen seines Schicksals zu identifizieren, das heißt, in den Ereignissen, die alle Teil von Allahs vorherbestimmter Schöpfung sind, den Segen zu erkennen und zu schätzen.
Das Wissen, dass Schlechtes in scheinbar guten Ereignissen und Gutes in scheinbar schlechten Ereignissen liegen kann
In den obigen Abschnitten betonten wir, dass Allah, der Allwissende, jedes einzelne Ereignis in Übereinstimmung mit einem besonderen Plan geschehen lässt. Bei diesem Punkt verdient ein Punkt besondere Erwähnung; es ist nur Allah, Der weiß, welche Ereignisse günstig sind und welche nicht. Denn die Weisheit von Allah ist unendlich, während der Verstand der Menschen seine Grenzen hat. Menschen können nur das äußere der Ereignisse sehen und sich einzig und allein auf ihre begrenzte Wahrnehmung verlassen, um sie zu beurteilen. Ihre mangelnden "Hintergrundinformationen" bringt sie in einigen Fällen dazu, eine Sache nicht zu mögen, obwohl sie eigentlich gut für sie ist und eine andere Sache, die ihnen eigentlich schadet, zu lieben. Um in der Lage zu sein, das Gute zu erkennen, muss eine Person von Glauben ihr Vertrauen in die unendliche Weisheit von Allah setzen und darauf vertrauen, dass es etwas Gutes in allem gibt, was passiert. In der Tat erklärt Allah dem Menschen folgendes:
FÜR GLÄUBIGE GIBT ES IN ALLEM ETWAS GUTES
Gläubige dagegen wissen, dass Schwierigkeiten von Allah herbeigeführt werden, um die Menschen zu prüfen. Sie sind sich bewusst, dass diese Schwierigkeiten dazu dienen, die wahren Gläubigen von jenen zu unterscheiden, die "Krankheit in ihren Herzen tragen", das heißt jene, die in ihrem Glauben nicht aufrichtig sind. Darum erklärt Allah im Quran, dass Er Gläubige prüfen wird, um zu enthüllen, wer aufrichtig im Glauben ist:
Muslime, die sich über die Lehren, die in diesen Versen verbreitet werden, bewusst sind, betrachten jedes Ereignis, das zunächst schlecht und schädlich zu sein scheint und jeden Moment der Schwierigkeit als eine Gelegenheit, ihre Aufrichtigkeit, ihr Vertrauen in ihren Herrn und ihren festen Glauben unter Beweis zu stellen. Sie vergessen nie, dass sowohl Schwierigkeiten als auch Glück im Grunde nur ihrer Prüfung dienen. Und für ihre Standhaftigkeit und Ergebenheit zu Allah macht Er das, was eigentlich schlecht schien, schließlich zum Vorteil Seiner wahren Diener.
In den folgenden Seiten werden wir über die Schwierigkeiten reden, denen Gläubige oft gegenüberstehen und von den Versuchungen dieser Welt erfahren. Unser Ziel ist, Gläubige an den versteckten Segen und die Belohnungen, die ihre Geduld ihnen sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits bringen wird, zu erinnern.
Allah Prüft den Menschen indem Er ihn seinen Reichtum verlieren lässt
Das Hauptziel der Mehrheit aller Leuten in diesem Leben ist es, so viel Reichtum wie möglich anzusammeln. Zu diesem Zweck wenden sie beinahe jedes Mittel an, selbst illegale und verbotene. Der Wert, den Menschen Reichtümern zumessen, wird im Quran als "Liebe für die Schönheiten des Leben dieser Welt" beschrieben.
Dieser übermäßige Wunsch nach Reichtum kann auch dazu führen, dass man in ständiger Angst vor dem Verlust all seines Reichtums lebt. Jene, die solch eine Einstellung haben, verzweifeln, wenn sie ihren Reichtum verlieren und fluchen dann gegen Gott. Völlig unwissend darüber, dass dies nur ein Test für sie ist, werden sie völlig vom Verlust ihres Reichtums überwältigt.
Doch Allah befiehlt dem Menschen "weder sich über das zu betrüben, was ihm entgeht, oder sich überheblich über das zu freuen, was Er ihm gibt" (Sure 57:23 - al-Hadid). Er befiehlt dem Menschen, sich zu mäßigen und eine gute Moral anzunehmen. Über den Verlust von Reichtum zu verzweifeln und dagegen in Zeiten des Reichtums übermäßig zu frohlocken, ist ein Zeichen von Undankbarkeit gegenüber Allah.
Die Mitglieder unwissender Gesellschaften halten es unter dem Einfluss solch einer Einstellung für vollkommen akzeptabel, enttäuscht über den Verlust ihres Reichtums zu sein. Der Genuss finanzieller Sicherheit beispielsweise, resultierend aus mit viel Anstrengung erworbenem Reichtum, kann durch eine Naturkatastrophe ganz plötzlich verschwinden. Oder ein Feuer könnte in wenigen Momenten ein schönes Haus ruinieren, das nach jahrzehntelangem Sparen gekauft wurde. Eine Person, die sich der wahren Natur dieses Lebens nicht bewusst ist, reagiert konfus und verzweifelt, wenn sie solch einen Verlust erfährt; sie wird übermäßig pessimistisch und zornig.
Jene, die weit von der Moral des Quran entfernt sind, erkennen nicht, dass der Verlust von Reichtum gute und nützliche Aspekte beinhalten könnte. Aufgrund ihrer Lebenseinstellung und ihres Fehlers, nicht Allah zu vertrauen, werden Misserfolge, die sie in ihrer finanziellen Laufbahn erfahren, zu großen Belastungen.
Dies trifft jedoch nicht auf jene zu, die versuchen, stets das Gute in den Dingen zu sehen. Für sie hat der Verlust von Reichtum immer einen Sinn, auch wenn sie nicht fähig sind, ihn sofort zu begreifen. Es könnte einfach eine Erinnerung von Allah an Seine Diener sein, die über ihren Reichtum frohlockt haben und Gefahr liefen, der Versuchung der vorübergehenden weltlichen Vergnügen zu erliegen. Jeder Verlust dient nur dem Zweck unserer Erinnerung an die unendliche Macht Allahs und drängt uns dazu, all unser Denken auf Ihm auszurichten. Vielleicht hat Allah mit Seinen Dienern, die Geduld in schwersten Zeiten gezeigt haben und ihr Vertrauen in Ihn gesetzt haben, auch etwas Besseres vorgesehen. Statt der vorläufigen Vergnügen des Lebens in dieser Welt gewährt Er ihnen die zahllosen und ewigen Segen des Paradieses; und die unendlichen Segen des Paradieses sind eindeutig unvergleichlich großartiger als weltliche Genüsse.
Doch solche Änderungen der finanziellen Lage dienen vielleicht auch einem unmittelbareren Zweck. Zum Beispiel kann es etwas Gutes in einem Verkehrsunfall mit einem neuen Auto geben, denn vielleicht hat Allah den Fahrer so vor einem ernsteren Unfall bewahrt, der ihm mehr Verletzungen zugefügt hätte. Eine gewissenhafte Person betrachtet diesen Unfall als eine Erinnerung und Warnung, bittet um Vergebung und nimmt das Schicksal an, das für ihn von Allah bestimmt wurde.
Und diejenigen, die mit dem knauserig sind, was Allah in Seiner Huld ihnen gab, sollen nicht wähnen, es diene ihnen zum Guten: Nein, zum Bösen dient es ihnen. Als Kette sollen sie am Tag der Auferstehung um den Hals tragen, womit sie gegeizt hatten. Und Allahs ist das Erbe der Himmel und der Erde. Und Allah kennt wohl euer Tun. (Sure 3:180 - Al-'Imran)
In Surat al-Qasas erzählt Allah die Geschichte von Qarun. Allah verlieh Qarun großes Vermögen, doch er wurde aufgrund des immensen Ausmaßes seines Reichtums eitel und verhielt sich rebellisch gegenüber seinem Herrn. Der Fall von Qarun, welcher zu Grunde ging, weil er die Warnungen missachtete, ist eine Lehre für die Menschen. Qarun's Geschichte wird im Quran folgendermaßen erzählt:
Die Art, wie Gläubige dagegen mit ihrem Reichtum umgehen unterscheidet sich beachtlich von solch einem falschen Verständnis. Für einen Gläubigen, der nach dem Quran lebt, sind Reichtümer von keiner großen Bedeutung. Ein Gläubiger verhält sich edel; er erlaubt sich nie, es zu seinem Ziel zu machen, immer mehr Reichtum zu besitzen, denn dies ist Verhalten, das auf Unwissenheit basiert. Ein Gläubiger widmet sein ganzes Leben nur dem Verdienen von Allahs Wohlgefallen. Deshalb gibt er all seinen Reichtum für den Zweck Allahs aus und lässt sich nie von den egoistischen Wünschen seiner Seele kontrollieren; er strebt nach den ewigen Belohnungen des Jen-seits, nicht nach den vergänglichen Genüssen dieser Welt. Allah gibt den Gläubigen durch dieses ihr Verhalten Überlegenheit und verspricht ihnen das Paradies:
Darum schimpfen die unwissenden Menschen über ihren Schöpfer, wenn sie mit solchen unerwarteten Ereignissen konfrontiert werden. Sie ignorieren die Realität des Schicksals und sagen: "Warum ist dies gerade mir passiert?" Denn Leute, die weit von der Moral des Quran entfernt sind, setzen bei Krankheiten oder Unfällen ihr Vertrauen nicht in Allah und suchen nicht das Gute in den Dingen, die ihnen zustoßen.
Solche Leute, die die Realität des Schicksals nicht begreifen, nehmen an, dass es allein die Viren oder die Bakterien sind, die eine Krankheit verursachen. Oder wenn sie in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, nehmen sie an, dass der Fahrer des anderen Autos der Verursacher des Unfalls ist. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Jeder Krankheitserreger, jede Mikrobe oder Bakterie und alle Dinge, die dem Menschen Schaden zufügen können, sind in Wahrheit Geschöpfe, die von Allah als eine Ursache erschaffen werden. Keine von ihnen verursachen etwas aus "Zufall"; sie alle befinden sich unter der Kontrolle Allahs. Der Mensch ist nur deshalb anfällig gegenüber Bakterien, weil Allah es entschieden hat. Wenn ein Mensch wegen eines Virus ernsthaft krank wird, passiert dies innerhalb des Wissens und der Kontrolle Allahs. Wenn ein Auto eine Person anfährt und sie körperbehindert wird, ist dies ebenfalls ein Ereignis, das durch Allahs Entscheidung verursacht wurde. Egal wie man sich bemüht, solche Dinge zu umgehen, man kann den Verlauf dieser Ereignisse nie ändern; nicht ein einziges entschiedenes und vorherbestimmtes Ereignis kann vermieden werden. Der Mensch kann keinem einzelnen Moment aus dem Rahmen seines Schicksals entfliehen, denn das Schicksal ist allumfassend. Für eine Person, die sich zum Allmächtigen Allah wendet und in Seine unendliche Weisheit und Gnade vertraut, ist jeder Unfall, jede Krankheit und jedes andere Unglück ein vorübergehender Test, der am Ende zu größtem Glück führt.
Es sind die guten moralischen Eigenschaften einer Person in solchen Umständen, die wichtig sind. Krankheiten und Unfälle bieten Gläubigen die Gelegenheit, ihre Geduld und gute Moral zu zeigen und sich Allah enger verbunden zu fühlen. Im Quran bespricht Allah Krankheiten und betont dabei die Wichtigkeit von Geduld in solchen Zeiten:
Wir alle müssen stets daran denken, dass es wesentlich ist, diese Tatsache tief in unseren Herzen zu erkennen und hohe Moral an den Tag zu legen, wenn wir mit einem ähnlichen Ereignis konfrontiert werden. Hierzu müssen wir wissen, dass alle Krankheiten für einen Zweck geschaffen werden. Wenn Allah es so wollte, würden die Menschen niemals krank werden Schmerzen fühlen. Wenn eine Person also solch einem Test gegenübersteht, dann muss sie sich darüber bewusst sein, dass es für einen Zweck ist und ihr hilft, die Vergänglichkeit dieser Welt und die unendliche Macht Allahs zu begreifen.
...Gäbe es keine Finsternis, könnten wir Licht nicht erkennen und es nicht genießen. Gäbe es keine Kälte, verstünden wir die Hitze nicht, hätten wir keinen Sinn dafür. Gäbe es keinen Hunger, fänden wir keinen Geschmack am Essen. Gäbe es keinen Durst, verspürten wir keine Lust, Wasser zu trinken. Gäbe es kein Unwohlsein, empfänden wir kein Wohlbefinden. Gäbe es keine Krankheit, hätten wir kein Gespür für Gesundheit. Demgemäß möchte der allweise Schöpfer also, dass der Mensch Seine verschiedensten Gaben kosten, jede Art Seiner Gnadenerweise schmecken solle, und ihn daher stets zur Dankbarkeit anleiten... (Fünfundzwanzigster Blitz, Siebentes Heilmittel)
Allah beschreibt die Leute, die sich in Zeiten solcher Unglücke an Ihn wenden, wie folgt:
Das aufrichtige Gebet des Propheten Abraham, als er von einer Krankheit betroffen war, ist ein gutes Beispiel für alle Gläubigen:
Aus dem Quran wissen wir auch, dass zusätzlich zur Krankheit, die er erlitt, Hiob (a.s.) auch von den bösen Versu-chungen Satans geprüft wurde. Satan, der dachte, den Prophe-ten in diesem Moment der Schwäche ergreifen zu können, versuchte, ihn davon abzuhalten, sein Vertrauen in Allah zu setzen. Denn in solchen Zeiten ist es für eine kranke Person schwierig, sich zu konzentrieren, so dass sie vielleicht eher gegenüber den Versuchungen Satans verwundbar ist; doch als ein Prophet, der rückhaltlos Allah ergeben war, entkam Hiob (a.s.) Satans Falle. Er betete aufrichtig zu Allah und bat ihn um Hilfe. Im Quran, wird das vorbildliche Gebet von Hiob (Ayyub) (a.s.) folgendermaßen wiedergegeben:
Vom Gesichtspunkt des Quran aus müssen solche Situationen dagegen ganz anders bewertet werden. Ein Gläubiger gründet seine Urteile über die Leute nicht auf den Fehlern, die sie machen; sich der Tatsache bewusst, dass Fehler menschlich sind, fühlt er vielmehr Mitgefühl ihnen gegenüber.
Wenn ein Gläubiger einen Fehler begeht, denkt er gewissenhaft darüber nach; seine Gottesfurcht und sein Gewissen warnen ihn sofort. Er bemüht sich, seine Fehler zu korrigieren. Er betet zu Allah, dem Gnädigen und bittet um Vergebung.
In der Tat, die Reue, die ein Gläubiger nach dem Begehen eines Fehlers spürt, wird sich am Ende als ein Gutes für ihn herausstellen. Denn es handelt sich hier nicht um eine Art Selbst-mitleid, wie bei den Ungläubigen, sondern um einen Beschluss, den gleichen Fehler nicht wieder zu machen. Die Ergebung eines Gläubigen, sein Vertrauen in Allah und das Handeln im Bewusstsein, dass alle Ereignisse Teile seines Schicksals darstellen, sind sehr wichtige Faktoren seiner Geisteshaltung. Sie führen ihn näher zu seinem Herrn.
Die Einstellung von ungläubigen Gesellschaften zum Tod ist konsequent die gleiche; sie sind nie fähig, das Thema anders zu betrachten. Für sie bedeutet der Tod vollständige Vernichtung, während das Jenseits eine Sache bloßer Spekulation ist.
Für Leute weit weg von der Wahrheit der Religion ist das Leben in dieser Welt das einzige Leben. Mit Tod ist diese einzige Chance vorüber. Aus diesem Grund trauern sie über den Verlust von geliebten Menschen. Was noch schlimmer ist: der plötzliche Tod eines geliebten Menschen in einem frühen Alter ist für die Ungläubigen ein Grund, über Allah und das Schicksal zu schimpfen.
Doch diese Leute vergessen einige wichtige Tatsachen: Zunächst einmal kommt niemand durch seinen eigenen Willen auf diese Welt. Das Leben eines jeden gehört Allah; jeder wird Seinem Willen zufolge zu dem Zeitpunkt geboren, den Er vorherbestimmte. Allah gehören die Himmel, die Erde und alles zwischen ihnen. Er kann die Seele von wem Er will wann Er will zurücknehmen. Kein Mensch kann die ihm zugewiesene Lebenszeit hinauszögern. Dies wird im Quran folgendermaßen beschrieben:
Tatsache ist aber, dass der Tod keine ewige Auslöschung bedeutet; im Gegenteil ist er ein Übergang zum Leben im Jenseits, unserem letztlichen Bestimmungsort. Es ist ein Moment, auf den unser aller Leben hinausläuft, zum Tag, an dem wir Rechenschaft über unser Leben ablegen müssen, dem Tag des Jüngsten Gerichts. Jeder Mensch, ohne Ausnahme, wird den Moment des Tods erfahren und zu seinem ewigen Bestimmungsort kommen. Dies kann in einem frühen Alter oder später im Leben passieren. So wird letzten Endes jeder eines Tages von dieser Welt gehen; und jeder Tag bringt das vorbestimmte Datum näher. Somit wären Bemühungen, dem Tod zu entkommen und das Vermeiden des Gedankens an den Tod, oder ihn als ein Unglück zu betrachten, vollkommen irrational.
Auch einige unter jenen, die Glauben an die Wahrheit des Jenseits haben, finden es völlig akzeptabel, über jemandes Tod zu trauern. Doch Allah ist der Gerechte. Die Person, die stirbt, wird Rechenschaft über ihre Taten in dieser Welt erstatten und demgemäß belohnt oder bestraft werden. Aus diesem Grund ist der Tod für jeden, der Glauben an Allah und das Jenseits hat und sein Leben seinem Herrn widmet, ein Tor zu ewiger Glückseligkeit. Aus der Sicht der Unwissenden dagegen, die das Jenseits anzweifeln und den Tag der Beurteilung ignorieren, ist der Tod ein Tor zu ewiger Qual. Aus diesem Grund ist es schwierig für sie, den Tod als etwas Gutes zu betrachten. Für Muslime dagegen ist er der Anfang völliger Erlösung.
Die Reaktion des Gläubigen auf den Tod eines anderen Gläubigen unterscheidet sich grundlegend von der Art oder Einstellung der Unwissenden. Denn der Tod, der allgemein als die schlimmste Sache überhaupt angesehen wird, ist in Wahrheit die beste Sache für die Gläubigen. Die Einstellung der Gläubigen zum Tod wird in dem folgenden Vers beschrieben:
Ein Gläubiger, der ein langes Leben geführt und es im Dienste Allahs lebte, wird von Allah geschätzt und anerkannt. Der Prophet Nuh, dem Allah ein langes Leben gewährte, ist so ein Beispiel. Weil dieser edle Mensch jede Minute seines Lebens kämpfte, um das Wohlgefallen Allahs, Seine Gnade und Sein Paradies zu erlangen, vergrößerten seine Anstrengungen seine Belohnungen im Jenseits.
Hier gibt es eine Täuschung, der die Leute der ungläubigen Gesellschaften häufig zum Opfer fallen; sie betrachten ein langes Leben als ein Geschenk. Der folgende Vers klärt diesen Trugschluss auf:
Eine Person, die über diese Dinge nachdenkt, erlangt vielleicht ein tieferes Verständnis davon, wie wir darüber urteilen sollten, was "gut" ist und was "schlecht" ist, gemäß dem Vers Allahs, dass es Dinge gibt, die uns schlecht erscheinen, während sie eigentlich gut für uns sind, ebenso wie es Dinge gibt, die wir für nützlich erachten, während sie uns doch in Wahrheit nur schaden.
GRÜNDE, DIE MANCHE DARAN HINDERN, DAS GUTE ZU SEHEN
An diesem Punkt zeigt sich der wesentliche Unterschied zwischen den Ungläubigen und den Gläubigen. Gläubige haben eine völlig andere Einstellung zu dem, was mit ihnen und der Welt um sie passiert. Ihre Einstellung steht vollkommen im Einklang mit den Befehlen des Quran: das heißt, sie betrachten jedes Ereignis als Teil einer Prüfung. Im Bewusstsein, dass sie ständig geprüft werden, bemühen Gläubige sich, ihr Leben auf eine Weise zu führen, die Allahs Wohlgefallen verdient.
Leute, die gegenüber diesen Wahrheiten gleichgültig bleiben, die der Islam enthüllt, setzen sich viele illusorische Ziele; das Betreten einer angesehenen Universität, glücklich verheiratet zu sein und die Kinder gut durch die Schule zu bringen, den Lebensstil zu erhöhen, Anerkennung und Respekt in der Gemeinde zu erlangen... Eines haben all diese Ziele gemeinsam: sie alle sind Wünsche und Ziele, die auf das Leben in dieser Welt allein ausgerichtet sind. Die Pläne und hohen Ziele der Leute, die diese Ziele zum Hauptzweck ihres Lebens machen, resultieren aus einer sehr engstirnigen Einstellung. Denn wie wir bereits sagten, das Wissen der Mehrheit der Leute beschränkt sich auf diese Welt. Doch ihre Annahme ist falsch. Auch wenn man alle Ziele erlangen sollte, die man sich gesetzt hat, wird man schließlich dem unvermeidlichen Ende, dem Tod, gegenüberstehen. Somit ist ein Leben, das allein auf diese Welt ausgerichtet ist, ein sinnloses Leben.
Weiterhin kann eine Person, die solch einen Lebensstil an-nimmt, niemals alles, was sie sich wünscht, auch erreichen. Es ist das unveränderliche Gesetz Allahs; nichts auf der Erde ist gegen den Verfall immun. Nichts auf der Erde ist unverletzlich gegen das Wirken der Zeit. So wird jede Frucht allmählich dunkler und fällt schließlich dem Verfall zum Opfer, vom Moment an, an dem sie gepflückt wird. Ein schönes Haus, das über Jahre hinweg sorgfältig und stabil erbaut wurde, wird irgendwann unbewohnbar. Vor allem aber ist der menschliche Körper gegen die schädlichen Wirkungen der Zeit verwundbar. Jede Person erfährt die Wirkungen der Zeit bei ärztlichen Untersuchungen. Die Haare ergrauen, die Organe funktionieren nicht mehr so reibungslos, die Haut wird faltig... Diese und viele andere Zeichen des Alterns sind klare Hinweise auf die Unumgänglichkeit des Todes.
Zusätzlich zum Altern findet das Leben eines Menschen, das sich sowieso selten über mehr als 6-7 Jahrzehnte ausstreckt, vielleicht plötzlich ein Ende; unerwartete Ereignisse, wie ein Verkehrsunfall oder eine tödliche Krankheit, können jederzeit den Tod bringen. Egal wie der Mensch sich bemühen mag, den Gedanken an den Tod zu vermeiden, am Ende wird er dieses unvermeidliche Ende erfahren. Ob ein schönes Mädchen oder eine berühmte Person, niemand ist gegen den Tod immun. Weder Reichtum und Eigentümer noch Söhne oder Freunde können einen Menschen vor dem Tod bewahren:
Nichts in unserem Leben - egal ob es unbedeutend großartig erscheint - geschieht zufällig. Alle Ereignisse sind Teile unseres vorherbestimmten Schicksals. Dies sind Tatsachen, an die der Mensch stets denken sollte. So lange eine Person diese Dinge im Hinterkopf behält, wird sie nie vergessen, dass alles, was sie im Leben begibt, schließlich gut für sie ist. Das heißt, alles, was sie erlebt, ist genau das, was Allah für sie will. Es ist wesentlich und wichtig, immer daran zu denken, dass diese Welt ein Ort der Prüfung ist, wodurch wir die guten und göttlichen Zwecke dieses Lebens erkennen sollen.
In einigen Fällen könnte eine Person denken, alle Möglich-keiten erschöpft zu haben, um mit einem Problem zurechtzukommen und sie könnte keinen Weg mehr aus den Umständen sehen, in denen sie sich befindet. Wenn sie nicht daran denkt, dass es auch in solchen Ereignissen etwas Gutes gibt, wird sie vielleicht wütend auf Allah. Dies sind die schlechten Gefühle, die ihr von Satan eingeflößt werden. Was immer ihm auch im Leben zustößt, ein aufrichtiger Gläubiger muss sich stets der Tatsache bewusst sein, dass er sich in jeder Situation tugendhaft verhalten kann und geduldig sein muss. Wenn er verzweifelt, so ist es bloß die Versuchung von Satan. Allah befiehlt Seinen Dienern, niemals zu verzweifeln:
Geduld, Weisheit, Vernunft, Ausdauer, Vergebung, Mit-gefühl... All solche edlen Eigenschaften bieten dem Menschen eine besondere Art von Glück, das nur aus tiefem Glauben stammt. Mit dem Willen Allahs wird dieses Glück ewig genossen werden.
In Wirklichkeit aber gibt es weder Programme, die ausgeführt werden, noch unerwartete Fehler. All die Ereignisse, denen eine Person in ihrem Leben begegnet, wurden von Allah für diese Person in ihrem Schicksal vorherbestimmt. Diese Tatsache wird in den folgenden Versen berichtet:
Für eine Person, welche die Bedeutung des Schicksals nicht wirklich begriffen hat, sind alle Ereignisse das Ergebnis von Zufällen. Sie nimmt fälschlicherweise an, dass alles im Universum eine unabhängige Existenz hat. Darum bezeichnet sie ihr als schädlich erscheinende Ereignisse als "Katastrophen".
Trotzdem ist der Mensch in Bezug auf Weisheit und Scharfsinn begrenzt; zudem befindet er sich in den Fesseln von Raum und Zeit. Alles dagegen, was eine Person begibt, wird von Allah geplant, dem Besitzer von "unendlicher Weisheit", der unabhängig ist von Raum und Zeit.
Satan greift den Menschen bei seinen Schwächen an und flüstert ihm Dinge ein; er will ihn dazu bringen, auf Allah und das Schicksal zu schimpfen. Zum Beispiel mag man es nicht schwierig finden, seinen Nachbarn, der in einen Unfall verwickelt worden ist, daran zu erinnern, dass es ein Teil seines Schicksals bildet. Doch die gleiche Person legt selbst vielleicht eine ganz andere Einstellung an den Tag, wenn sie oder ihre Familie mit einem ähnlichen Unfall konfrontiert wird. Durch den Einfluss Satans tendiert sie eher dazu, wütend oder verzweifelt zu sein. Man muss sein Gewissen darin üben, das Gute in den Ereignissen zu sehen, Ergebung zu zeigen und sein Vertrauen in Allah zu setzen. Wenn man dies nicht tut, nimmt man eine falsche und sündhafte Einstellung an.
Satans Anstrengungen, den Menschen am Sehen des Guten zu hindern, werden in allen möglichen Situationen offensichtlich. Seine Einflüsterungen hindern einige sogar daran, das Gute ihrer eigenen Taten zu sehen. Zum Beispiel bemüht sich Satan, Angst vor Armut in jemanden einzuflößen, der bereit ist, von seinem Reichtum im Trachten nach Allahs Wohlgefallen auszugeben. Diese satanische Versuchung wird in dem folgenden Vers beschrieben:
Die Segen, die dem Menschen gewährt werden, sind so viele, dass man sie nie zählen könnte. Vom Moment seiner Geburt an wird der Mensch mit zahlreichen Segen von seinem Herrn ausgestattet, und dies hört zu keinem Moment seines Lebens auf. Darum nehmen Gläubige ihren Herrn als ihren einzigen Verbündeten und Beschützer, setzen ihr Vertrauen in Ihn und machen sich bewusst, wenn ihnen etwas scheinbar ungünstiges ihnen passiert, dass es irgendetwas Gutes in dieser Sache geben muss. Sie zeigen Geduld, auch wenn sie keinen unmittelbaren göttlichen Zweck erkennen können. Wie unser Prophet Muhammad (s.a.w.s) sagte, "suchen sie Zuflucht bei Allah vor den Schwierigkeiten ernster Unglücke" (Bukhari) und egal was ihnen passiert, sie werden nie verzweifelt oder zornig. Sie behalten immer im Hinterkopf, dass sich ein scheinbar ungünstiges Ereignis schließlich zu ihrem Guten wenden mag. Und durch den Willen Allahs stellt diese Not sich später vielleicht als ein bedeutender Meilenstein in ihrem Leben heraus, der sie zu ewiger Rettung führen wird.
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